„Interessiert das überhaupt jemanden? Hoffentlich komme ich nicht aufdringlich rüber. Oder total unseriös.“
Als ich von der Praxis-Tätigkeit als Psychologin ins Online-Coaching wechselte, war vieles neu – und alle meine alten Selbstzweifel begannen zu sprießen wie die Krokusse im Frühling.
Ich habe versucht, alles alleine zu perfektionieren, um von Tag 1 an professionell zu wirken. Ich habe mir eine MENGE Druck gemacht.
Wer den Selbstzweifel-Test gemacht hat, erkennt das Muster vielleicht: Ich war der getriebene Typ.
Da war viel Druck – aber auch noch etwas anderes.
Kennst du diesen Moment, wenn sich dein innerer Kompass meldet? Dieses Kribbeln, diese innere Weite? Genau das spürte ich, als Lilli Koisser in ihrem Newsletter begann, ihren Prozess offen zu teilen: Wo sie gerade steht, welche Fragen sie sich stellt, wie sie Umfragen auswertet. Sie wirkte nicht perfekt vorbereitet, sondern wie jemand mit Erfahrung und echter Neugier. Ich las jede Mail genau. Erst später erfuhr ich, dass dieses Prinzip einen Namen hat: Building in Public – also etwas offen entwickeln, statt es erst heimlich „fertig“ zu machen.
Früher hätte ich mir das nie vorstellen können. Dann sieht doch jeder meine Schwächen! Doch über die Jahre habe ich Selbstvertrauen aufgebaut – erst im Coaching, dann in meiner Mastermind-Gruppe. Die Angst vor Fehlern wurde kleiner. Und irgendwann wusste ich: Mein neues Angebot zum Umgang mit Selbstzweifeln will ich nicht allein, sondern in Gemeinschaft mit euch aufbauen.
Heute teile ich mit euch, welche Erfahrungen ich bisher damit gemacht habe – und ob ich es wieder tun würde.
6 Erkenntnisse aus dem Experiment „Building in Public“
Das habe ich gelernt, seitdem ich angefangen habe, meine Ideen zu teilen, bevor sie fertig sind – und mir im Newsletter, in Zielgruppen-Interviews und Umfragen ehrliches Feedback zu holen:
- Ideen auszusprechen stärkt mein Commitment.
Es fällt mir leichter, dranzubleiben. Und: Einmal klar zu formulieren, was ich mache und wo es hingehen soll, hilft mir selbst, mein Ziel noch deutlicher zu sehen. - Eure Reaktionen boosten meine Motivation.
Früher hatte ich Angst vor Kritik – oder davor, dass auf meine Ideen nichts zurück kommt außer Grillenzirpen, weil es niemanden interessiert. Aber wenn ich von euch höre: „Das sind total spannende Ideen, das würde mich auch interessieren“, motiviert mich das doppelt, weiterzumachen. - Kritisches Feedback ist Gold wert.
An dieser Stelle ein großes Danke an euch! Durch eure Rückmeldungen konnte ich einige Schwachstellen im Quiz aufspüren und Link-Fehler sofort beheben. So ist es in kürzester Zeit noch besser geworden. - Ich muss aufpassen, nicht über meine Grenzen zu gehen.
Wenn ich so motiviert bin wie diese Woche, will ich auf jedes Feedback reagieren – und plötzlich schaltet mein Nervensystem wieder im getriebenen Modus: Wuhuuu… noch schnell dies optimieren und das austauschen! Oh – eine neue E-Mail, direkt mal reinschauen!
Meine To-do-Liste explodiert mit Kleinigkeiten. Gerade dann muss ich bewusst Pausen machen und mich abends wirklich zwingen, den Laptop zu schließen. - Kleine Erfolge zeigen mir, dass der Weg stimmt.
Als ich den Selbstzweifel-Test nur kurz (und nur ganz versteckt im Menü) online gestellt habe, um die Technik zu prüfen, hat sich direkt jemand eingetragen – und nicht nur das: Sie hat ein kostenloses Kennenlern-Gespräch gebucht und sich für das Coaching entschieden. Das wäre nicht passiert, wenn ich nicht den festen Entschluss gefasst hätte, den Test an einem bestimmten Tag mit den Newsletter-LeserInnen zu teilen. - Building in Public entspricht meinen Werten und meiner Vision.
Ich kann bestätigen, was Natalia Sanyal schreibt:
„Building in Public schafft ehrliche Verbindung und hilft dabei, unterdrückende Vorstellungen von Perfektion und Professionalität abzubauen. Transparenz in unserem Prozess stärkt unser Vertrauen und macht uns als Unternehmer:innen nahbarer. So brechen wir mit veralteten, einengenden Standards.“
Mein Fazit:
Ganz klar: Ich würde es wieder tun!
Ich merke immer mehr: Es geht nicht darum, erst „perfekt“ zu sein, bevor ich etwas teile. Sondern darum, mit Neugier loszugehen, auch wenn sich nicht alles 100 % sicher anfühlt. Das kostet Mut – aber genau dieses Schritt für Schritt aufgebaute Vertrauen bringt die Sicherheit, die ich brauche, um weiterzumachen.
Alleine im Stillen an meinen Ideen zu feilen, fühlte sich damals sicherer an. Und ich habe jede Menge Sympathie und Mitgefühl für mein früheres Ich.
Das neue Selbstzweifel-Coaching gemeinsam mit euch zu entwickeln war ein Experiment, meinem Full Body Yes zu folgen. Und mein innerer Kritiker? Der ist diesmal erstaunlich still. Auch das ein Grund, warum ich wieder „bippen“ würde.
Am Ende sind es nicht die perfekten Projekte, die uns weiterbringen. Sondern die, die wir wirklich umsetzen – und die Verbindungen und frischen Ideen, die dabei entstehen.
Wie ist das bei dir?
Gibt es ein Projekt, bei dem dein Full Body Yes dich lockt – und du merkst, dass du über die alte Version von dir hinausgewachsen bist? Oder bremst dich dein Selbstzweifel-Muster noch aus?
Falls du dein eigenes Selbstzweifel-Muster noch nicht kennst, kannst du es hier herausfinden:
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